Pfer­de­ge­stütz­te Bewegungsklasse

Die Ent­ste­hungs­ge­schich­te eines tol­len Projekts

Seit dem Jah­re 1997 bis zum Schul­jahr 2018/19 war die Reit-AG fes­ter Bestand­teil des AG Ange­bots der Kay­wald­schu­le.
Aus den Erfah­run­gen her­aus ent­stand im Schul­jahr 2016/17 erst­mals das Pro­jekt Pfer­de­ge­stütz­te Bewe­gungs­klas­se auf dem The­ra­peu­ti­schen Pfer­de­hof Heu­ge­le in Schwai­gern-Nie­der­ho­fen.
Seit dem Schul­jahr 2019/2020 wird die Pfer­de­ge­stütz­te Bewe­gungs­klas­se am schul­na­hen Stand­ort des Rei­ter­ver­eins Nord­heim geführt und hat damit einen tol­len Koope­ra­ti­ons­part­ner gefunden.

Lern­in­hal­te und Schwer­punk­te der Arbeit

In natur­na­hen Lern­fel­dern und dar­aus resul­tie­ren­den, kla­ren Arbeits­ab­läu­fen kann Ler­nen in viel­fäl­ti­ger Wei­se statt­fin­den und ein sozia­les Mit­ein­an­der wach­sen.
Die Lern­in­hal­te wer­den sowohl auf der Grund­la­ge des Bil­dungs­pla­nes für die För­der­schwer­punk­te GENT und KMENT aus­ge­wählt als auch anhand der wirk­lich­keits­na­hen Mög­lich­kei­ten, die der Lebens- und Bil­dungs­ort „Pfer­de­hof“ bie­tet. In den För­der­plä­nen wer­den die indi­vi­du­el­len Zie­le und Inhal­te festgelegt.

Fut­ter­men­gen wer­den abge­zählt und berechnet.
Die Kul­tur­tech­ni­ken wie Mathe­ma­tik und Deutsch wer­den in die Lern­in­hal­te ein­ge­bun­den und fin­den sowohl inner­halb als auch außer­halb des Klas­sen­zim­mers in den Hand­lungs­fel­dern statt.

Das Pferd als Unterrichtspartner

Das Pferd als Part­ner in der päd­ago­gi­schen Arbeit unter­stützt die Ent­wick­lung der Schüler*innen auf viel­fäl­ti­ge Wei­se. Durch sei­nen hohen Auf­for­de­rungs­cha­rak­ter und sei­ne gro­ße Anzie­hungs­kraft ver­mag es Din­ge zu errei­chen, bei denen die Schüler*innen über sich hin­aus wach­sen. Die ein­zel­nen Berei­che, in denen das Pferd in der päd­ago­gi­schen Arbeit unter­stüt­zend wirkt, sind schier endlos.

Exem­pla­risch eini­ge Punk­te, die für sich sprechen:

• Das Pferd hilft Angst und Span­nung abzu­bau­en und beein­flusst die Stim­mung positiv.

• Das Pferd unter­stützt Kom­mu­ni­ka­ti­on und Interaktion.

• Das Pferd als ver­läss­li­cher und wert­neu­tra­ler Part­ner ermög­licht Beziehung.

• Das Pferd hat einen moti­vie­ren­den Aufforderungscharakter.

• Das Pferd spie­gelt die eige­nen Gefühle.

• Das Pferd för­dert die Selbst­wirk­sam­keit und das Selbstvertrauen.

• Das Pferd wirkt sich posi­tiv auf das Kör­per­sche­ma und –bewusst­sein aus.

• Das Pferd för­dert kogni­ti­ve Fer­tig­kei­ten, das Durch­hal­te­ver­mö­gen, die Kon­zen­tra­ti­on sowie auch das Problemlöseverhalten.

Die Schü­ler­grup­pe der Pferdehofklasse

Aus der Erfah­rung vie­ler Jah­re Heil­päd­ago­gi­schen Rei­tens wäh­rend des AG-Tages hat sich bewährt, eine hete­ro­ge­ne alters­ge­misch­te Schü­ler­grup­pe mit sehr unter­schied­li­chen Behin­de­rungs­for­men auf dem Rei­ter­hof zu haben, so dass der Aspekt des sozia­len Ler­nens und der gegen­sei­ti­gen Anre­gung genü­gend zum Tra­gen kom­men. Die Pfer­de­hof­klas­se bie­tet daher ein Lern­an­ge­bot für:

• Schüler*innen mit sozi­al-emo­tio­na­lem Entwicklungsbedarf

• Schüler*innen mit einer Köperbehinderung

• Schüler*innen mit erhöh­tem Bewegungsbedarf

• Schüler*innen mit eher hypo­to­ni­schem Verhalten

• Schüler*innen mit schwe­rer Mehrfachbehinderung

Schüler*innen der Haupt- und Berufs­schul­stu­fe im Prak­ti­kum:
Mit sei­nen viel­fäl­ti­gen Hand­lungs­fel­dern bie­tet der Pfer­de­hof ein Erpro­bungs­feld zur För­de­rung des Arbeits­ver­hal­tens und ermög­licht den Auf­bau von Schlüs­sel­qua­li­fi­ka­tio­nen für mög­li­che spä­te­re Arbeitsbereiche.